Zusammenfassung:
Als Beteiligte beschreiben wir den Veränderungsprozess innerhalb der Sektion Analytische Psychotherapie (Sektion AG) des Deutschen Arbeitskreises für Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik (DAGG). Geschichte hat viele Perspektiven: Wir geben unsere Sichtweise anhand von Protokollen, E-Mails und persönlichen Erinnerungen wieder und laden andere ein, ihre Sichtweisen zu teilen. Unser Ziel ist der Austausch über die gemachten Erfahrungen, um sie zu bewahren und für zukünftige Situationen daraus zu lernen.
Wir waren in unterschiedlichen Rollen am Veränderungsprozess beteiligt, der zur Gründung der Deutschen Gesellschaft für Gruppenanalyse und Gruppenpsychotherapie (D3G) führte. Peter Döring wurde am 03. Mai 2008 als stellvertretender Sektionsleiter gewählt, gemeinsam mit Kurt Höhfeld als Sektionsleiter und Ulrich Schultz-Venrath als weiterem Stellvertreter. In dieser Funktion war er an allen Aktivitäten beteiligt, die zunächst den Status quo innerhalb des DAGG und der Sektion AG hinterfragten und schließlich auf die Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft hinwirkten. Werner Knauss, früherer Leiter der Sektion AG, stand dieser Entwicklung zunächst kritisch gegenüber und bevorzugte eine Neugründung ausschließlich aus der Sektion AG heraus.
Nach einer fast zweijährigen, konfliktreichen Umbruchsphase innerhalb der Sektion AG arbeiteten wir gemeinsam in der Satzungskommission für die neue Gesellschaft. Wir schildern die Vorgeschichte innerhalb des DAGG, die Konflikte und Umbrüche in der Sektion AG sowie die spätere Zusammenarbeit mit Mitgliedern der Sektionen Gruppenmethoden in Klinik und Praxis (Sektion KuP) und Intendierte Dynamische Gruppenpsychotherapie (Sektion IDG) in der Satzungskommission. Am Ende vieler emotionaler und inhaltlicher Klärungsprozesse stand eine von der breiten Mehrheit getragene Satzung, auf deren Grundlage die Deutsche Gesellschaft für Gruppenanalyse und Gruppenpsychotherapie (D3G) gegründet wurde.