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Mentalisieren und Mentalisierungsbasierte Therapie – MBT (Vortrag und Workshop) Ende Juni 2014 in Flensburg

27.-28.06.2014: Mentalisieren und Mentalisierungsbasierte Therapie – MBT mit Ulrich Schultz-Venrath. Vortrag am Freitag und Workshop am Samstag.

Zielgruppe:

Psychotherapeut_innen, und besonders Therapeut_innen und Berater_innen, die mit Menschen mit sogenannten frühen Störungen arbeiten, Gruppentherapeut_innen, die ihre Werkzeugpalette erweitern möchten

 

Was meint „Mentalisieren“?

Prof. Schultz-Venrath: Die Begriffe „Mentalisieren“, „Mentalisierung“ und „Mentalisation“ sind neuere Begriffe, die erst in jüngerer Zeit durch Bateman, Fonagy und Target Eingang in den psychotherapeutischen Sprachgebrauch, insbesondere der relationalen-intersubjektiven Psychoanalyse, gefunden haben. Sie sind mit dem Begriff der reflexiven Kompetenz fast gleich zu setzen. Mentalisieren ist ohne Intentionalität nicht denkbar und kann als ein Puffer zwischen Affekt, Gefühl und Handlung angesehen werden, der nötig ist, um Impulse, bevor sie überwältigend werden, aufzufangen und Motivationen des Selbst und der Anderen zu beobachten und zu verstehen.

Die Psychoanalyse hat in den letzten zwei Jahrzehnten große Fortschritte in Theorie und Praxis gemacht, indem sie empirische Forschungsergebnisse aus den Neurowissenschaften, der Entwicklungspsychologie, der Affektforschung und spezieller Krankheitsbilder (zum Beispiel Borderline-Persönlichkeitsstörungen, ADHS und Autismus-Spektrum-Störungen) in ihr Modell integrierte. Durch die zunehmende Bedeutung der relationalen Psychoanalyse und des Intersubjektivismus kommt dem Therapeuten eine veränderte Rolle zu. Auch der Blick über den „berühmten Tellerrand“ unterschiedlicher Therapieschulen führte zu einer Öffnung. So kommt in der MBT dem Therapeuten eine veränderte Rolle zu: er ist nicht mehr der Deutungsexperte, der „alles besser weiß“, sondern Experte darin, zu fragen und die Selbstwirksamkeit der Patient_innen zu fördern.

Das Mentalisierungsmodell und die davon abgeleitete mentalisierungsbasierte Einzel- und Gruppenpsychotherapie (MBT/MBGT) haben sich als besonders wirksames psychodynamisches Therapiekonzept für Patient_innen mit strukturellen Störungen herausgestellt. Dieses therapeutische Konzept könnte auch für kognitive Verhaltenstherapeut_innenen und Systemiker_innen sowie für Berater_innen interessant sein. Der Vortrag zeigt an Video- und Audiomaterial die Gemeinsam- keiten und Unterschiede der jeweiligen psychotherapeutischen Haltungen und welche Modifikationen sich für die Behandlung bestimmter Erkrankungen als nützlich erweisen.

 

Inhalt und Ziel:

Der Vortrag am Freitagabend wird uns über die theoretischen Grundlagen informieren und neugierig stimmen auf eine Einführung in die Praxis im Workshop am Samstag. Der Vortrag kann auch ohne Workshop besucht werden.

Im praktischen Workshop am Samstag wird die Theorie vertieft, in Gruppenarbeit selbst experimentiert. Interventions – und Fragetechniken können erarbeitet und erprobt werden. Die angenehme professionelle Art der Lehrenden wird aller Erfahrung nach einige „Aha- Erlebnisse“ und Entlastung für den eigenen Arbeitsalltag als Therapeut_in und Berater_in bescheren!


Kategorie
Allgemeine Nachrichten
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