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11. Jahrestagung und Internationaler Workshop D3G 2024 / 11. Annual Conference and International Workshop D3G 2024

Gruppenanalytisch Denken -

Das deutsch-jüdische Erbe der Grupppenanalyse

Vergangenheit in der Gegenwart

 

Thinking Group Analytically -

The German-Jewish legacy of group analysis

Past in the present

 

Die Jahrestagung und der Internationale Workshop sind ausgebucht. Anmeldungen sind daher leider nicht mehr möglich. //

The Annual Conference and the International Workshop are fully booked. Registrations are therefore unfortunately no longer possible.

 

>>> Programm / programme

 

>>> Referierende und Großgruppenleitung / Speakers and Large Group Conductors

Abrufkontingente Hotels Frankfurt am Main

Wir haben für Sie Zimmerkontingente in folgenden Hotels hinterlegt: / We have reserved rooms for you in the following hotels:

 

Victoria Hotel

Kaiserstrasse 59/Elbestraße 24-26

60329 Frankfurt am Main

Tel: +49 (0) 69 27 30 60

Mail: info@dont-want-spam.victoriahotel.de

85,- € inkl. Frühstück pro Person / Nacht, Abrufstichwort „D3G Mai 2024“ bis zum 01.04.2024. / 85,- € incl. breakfast per person / night, keyword "D3G May 2024" until 01.04.2024.

 

 

MotelOne Frankfurt-Römer

Berliner Str. 55

60311 Frankfurt

Tel: +49 (69) 87 00 403-0

Mail: frankfurt-roemer@dont-want-spam.motel-one.com

125,50,- € inkl. Frühstück pro Person / Nacht, bis zum 27.03.2024 über dieses Formular. / 125,50,- € incl. breakfast per person / night, until 27.03.2024 via this form.

Arbeitsgruppen am Freitag und Samstag, 03./04.05.2024

Bitte beachten Sie: Anmeldungen für Arbeitsgruppen finden vor Ort statt. / Please note: Registration for working groups will be on-site.

 

Freitag, 03.05.2024 16:00 - 17:30 / Friday, May 3rd, 2024 16:00 - 17:30

 

AG 1

Mandy Koplin / Adrienn Weiß        

Miteinander statt übereinander reden - Das Projekt „Münchner Stadtgruppe“

 

Wir möchten die Idee und den Entstehungsprozess der „Münchner Stadtgruppe“ vorstellen. Unser Leitungsteam hat sich im Jahr 2021 - angeregt durch Diskussionen der Fachgruppe „Gruppenanalyse in Bildung, Kultur und Gesellschaft“ - gegründet. Seitdem haben bereits fünf Stadtgruppentreffen stattgefunden. In den offenen Zusammenkünften sprechen wir gemeinsam mit interessierten Bürgern*innen über verschiedene Bereiche unseres Lebens. [Die Anzahl der Teilnehmenden ist über die Zeit langsam gewachsen.] In der Arbeitsgruppe möchten wir uns mit den anwesenden Kolleg*innen über unsere Erfahrungen austauschen. Durch einen Einblick in Entstehungsprozess, Umsetzung, Rahmen und Herausforderungen dieses Projektes möchten wir Anregungen finden und Nachahmung inspirieren.

 

AG 2

Kathrin Albert

Ressentiment und Loyalität in Gruppen - Diskussion klinischer Erfahrungen Teil I

 

Während einerseits gesellschaftliche Freiräume zur Selbstbestimmung existieren, müssen wir mit verunsichernden Krisen und wachsendem Ressentiment umgehen. Wir können uns nicht auf Strukturen verlassen, die Ressentiments entgegenwirken, sondern müssen Wege finden, mit Herabwürdigung Dritter, ohnmächtigen Gefühlen und eigenen Vorbehalten umzugehen. Auch in Gruppen treffen wir auf ressentimentgeleitete Kommunikation, die mit Rationalität kaum zu beeinflussen ist, sondern einer Analyse unbewusster (Matrix-) Verflechtungen bedarf. Philosophische und psychoanalytische Perspektiven wie die von Cynthia Fleury bieten zusätzliche Anregung für die gruppenanalytische Arbeit. Der Workshop soll Raum zur Reflexion klinischer Erfahrungen schaffen, die uns als Gruppenleiter/innen herausfordern. Neben zwei eigenen Kasuistiken können Fallbeispiele von Teilnehmer/innen diskutiert werden.

Cynthia Fleury (2023): Hier liegt Bitterkeit begraben. Über Ressentiments und ihre Heilung. Suhrkamp Berlin.

 

AG 3

Christa Franke / Hella Gephart

Was bedeutet jüdisches Leben in Deutschland heute - und wie können wir nach dem 7. Oktober darüber reden? Teil I

 

Nach dem verheerenden Überfall der Hamas auf jüdische Siedlungen gab es eine Zeit des Schocks und der Nichtreaktion in Deutschland.  Jüdische Gemeinden beklagten in der Folge mangelnde Resonanz und Unterstützung. Jüdinnen und Juden berichten von einer zunehmenden Angst, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen.  

Der Krieg zwischen Israel und der Hamas hat auch in der deutschen Gesellschaft zu politischen Auseinandersetzungen und Polarisierungen geführt und das kulturelle Leben stark   beeinflusst.  Dabei geht es auch immer wieder um die Bedeutung der jüdischen Kultur und das vielfältige jüdische Leben in Deutschland und um die Haltung zur Politik des Staates Israel.

Wir wollen mit dieser Arbeitsgruppe einen geschützten Ort des Austauschs anbieten über unsere Reaktionen auf diese Entwicklungen, über unsere Kenntnisse und Einstellungen zum jüdischen Leben in Deutschland und was „Nie wieder ist jetzt“ für uns bedeuten kann.

 

AG 4

Harald Küster / Inge Schubert / Mariagrazia Bianchi Schaeffer

Rosige Zeiten für die Gruppe? Einige Anmerkungen zur Qualität der neuen Weiterbildungen

 

Die Arbeitsgruppe richtet sich an all jene, die die Aus- und Weiterbildung in Gruppenpsychotherapie, insbesondere nach dem Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz und den neuen Weiterbildungsordnungen diskutieren und zukünftig mitgestalten wollen. Zwar sind die Würfel gefallen, insbesondere was die Quantität der Gruppenpsychotherapie in den Weiterbildungsordnungen angeht, dennoch bleibt zum einen dies zu gestalten und zum anderen durch qualitative Kriterien auf einem angemessenen Niveau sicherzustellen.
Zunächst gebe ich dazu einen kurzen Einblick und eine Zusammenfassung in den Gestaltungsprozess der Weiterbildungsordnungen, um davon ausgehend Schwächen und Möglichkeiten von Gestaltungsspielräumen aufzuzeigen. Diese werden wir dann in der Arbeitsgruppe diskutieren. Die Ergebnisse unserer Arbeitsgruppe werden in die weitere berufspolitische Arbeit der D3G einfließen.

 

AG 5

Silke Kleinschmidt / Lars Friedel

Gruppentherapieausbildung im Prozess – Ko-Leitung als Entwicklungsraum

 

In der zum Gruppenpsychotherapieausbildung bietet das Setting der Ko-Leitung viele Möglichkeiten. Der Einstieg in die Gruppentherapeutische Arbeit in Anwesenheit eine*r erfahrenen Therapeut*in kann von Angst und Unsicherheit entlasten. Durch Vor- und Nachbereitung der Gruppensitzungen kann ein Reflexionsprozess auf mehreren Ebenen (z.B. Gruppenentwicklungsprozess, Rollenpositionen, unbewusste Themen der Einzelnen und der Gruppe) angeregt und erprobt werden.

Eine weitere Ebene ergibt sich durch die supervisorische Perspektive der erfahrenen Ko-Leiter*in, die sich im Laufe der Zeit oder auch von Beginn an aus der aktiven in die Rolle der teilnehmenden Beobachter*in begibt. Der somit geteilte Erfahrungsraum ermöglicht eine umfassende gemeinsame Auswertung der Gruppensitzung und der Leitungsarbeit. Im Rahmen der Arbeitsgruppe wollen wir die Möglichkeiten und Grenzen dieser Ausbildungs- und Supervisionsform an Beispielen diskutieren und die Erfahrungen damit austauschen.

 

 

Samstag, 04.05.2024 09:00 - 10:30 Uhr / Saturday, May 4th, 2024 09:00 - 10:30

 

AG 6

Dagmar Brunnhuber

Analytische Kinder- und Jugendgruppen - Eigen- und Bewältigungsraum im Spannungsfeld zwischen parentifizierten Kindern und infantifizierten* Eltern.

 

Die allgemeine Bedrohungslage unserer Zeit durch Klimawandel, Kriege und den Folgen der Corona- Pandemie schüren Ängste, reaktivieren transgenerational übertragene Ängste und führen zu Wirrungen im Beziehungsgeflecht zwischen Eltern und Kindern. Schnelllebigkeit und Existenzsicherung unter dem Postulat der Optimierung belasten Familien und engen den Entwicklungsraum für alle Beteiligten zunehmend ein. Kinder und Jugendliche leben in vorwiegend festgelegten Strukturen und Rollen, die wenig Raum und Zeit lassen für eine freie Individuation.

Der Workshop möchte sich unter dem Gesichtspunkt persönlicher Erfahrungen verschiedener Rollen der menschlichen Entwicklung in Gruppen, als Kind und Erwachsener und aus fachlich analytischer Perspektive, der Komplexität des Themas nähern und kollektive Erfahrungen in Gruppen zwischen Jung und Alt beleuchten.

 

*Wolfgang Schmidbauer, 2024, schreibt in seinem neu erschienenen Buch „Böse Väter, kalte Mütter? Warum sich Kinder schlechte Eltern schaffen“ von infantifizierten Eltern

 

 

 

Samstag, 04.05.2024 11:00 - 12:30 Uhr / Saturday, May 4th, 2024 11:00 - 12:30

 

AG 7

Károly Oriold / Adrienn Weiß

Im Schnittpunkt der Kräfte - die Wirkfaktoren einer analytischen Angehörigengruppe psychiatrischer Patienten unter besonderer Berücksichtigung des transgenerationalen Traumas des Holocausts

 

Eine Angehörigengruppe geht von einer schwierigen Situation aus, da nicht der Klient, sondern ein Angehöriger des Klienten das Motiv dafür ist, dass das Gruppenmitglied in die Gruppe kommt. Im Umfeld von Patienten mit Borderline, Depressionen, Schizophrenie und anderen Diagnosen schließt die Familie so zusammen, dass jedem eine Rolle zugewiesen wird oder er sie übernimmt, meist unbewusst. Zum Beispiel in vielen Fällen beschützen und versorgen die Mütter, die Väter sind unsicher, ob sie noch ein weiteres Kind haben sollen und schweben über ihrem familiären Engagement, die Geschwister werden unsichtbar, indem sie nach außen hin erfolgreich erscheinen und die Familie vertreten. Bei Geschwistern gibt es einen erheblichen Rollenunterschied zwischen Mädchen und Jungen. Einem Mädchen kann die Rolle der potenziellen Krankenpflegerin auf Lebenszeit zugewiesen werden, während einem Bruder die Rolle des Repräsentanten der Familie zugewiesen werden kann.

Wenn die Therapie des Angehörigen unwirksam ist, verzögert sich die Genesung so entstehen bei den Familienmitgliedern Schuldgefühle, Hilflosigkeit. Mit diesen Gefühlen kommen sie am häufigsten in die Gruppe.

In der Arbeitsgruppe werde ich zwei Gruppenprozesse aufzeigen. Beide Vignetten zeigen die Geschichte der dritten Generation von Holocaust Überlebenden betroffen sind. Nach 7. Oktober handelt sich um das Entstehen der Gruppe, und um die Aufgaben, die das Mitglied für die Gruppe generiert, und darüber, wie die Gruppe auf diese Aufgaben reagiert.

 

AG 8

Kathrin Albert

Ressentiment und Loyalität in Gruppen - Diskussion klinischer Erfahrungen Teil II

 

Während einerseits gesellschaftliche Freiräume zur Selbstbestimmung existieren, müssen wir mit verunsichernden Krisen und wachsendem Ressentiment umgehen. Wir können uns nicht auf Strukturen verlassen, die Ressentiments entgegenwirken, sondern müssen Wege finden, mit Herabwürdigung Dritter, ohnmächtigen Gefühlen und eigenen Vorbehalten umzugehen. Auch in Gruppen treffen wir auf ressentimentgeleitete Kommunikation, die mit Rationalität kaum zu beeinflussen ist, sondern einer Analyse unbewusster (Matrix-) Verflechtungen bedarf. Philosophische und psychoanalytische Perspektiven wie die von Cynthia Fleury bieten zusätzliche Anregung für die gruppenanalytische Arbeit. Der Workshop soll Raum zur Reflexion klinischer Erfahrungen schaffen, die uns als Gruppenleiter/innen herausfordern. Neben zwei eigenen Kasuistiken können Fallbeispiele von Teilnehmer/innen diskutiert werden.

Cynthia Fleury (2023): Hier liegt Bitterkeit begraben. Über Ressentiments und ihre Heilung. Suhrkamp Berlin.

 

AG 9

Christa Franke / Hella Gephart

Was bedeutet jüdisches Leben in Deutschland heute - und wie können wir nach dem 7. Oktober darüber reden? Teil II

 

Nach dem verheerenden Überfall der Hamas auf jüdische Siedlungen gab es eine Zeit des Schocks und der Nichtreaktion in Deutschland.  Jüdische Gemeinden beklagten in der Folge mangelnde Resonanz und Unterstützung. Jüdinnen und Juden berichten von einer zunehmenden Angst, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen.  

Der Krieg zwischen Israel und der Hamas hat auch in der deutschen Gesellschaft zu politischen Auseinandersetzungen und Polarisierungen geführt und das kulturelle Leben stark   beeinflusst.  Dabei geht es auch immer wieder um die Bedeutung der jüdischen Kultur und das vielfältige jüdische Leben in Deutschland und um die Haltung zur Politik des Staates Israel.

Wir wollen mit dieser Arbeitsgruppe einen geschützten Ort des Austauschs anbieten über unsere Reaktionen auf diese Entwicklungen, über unsere Kenntnisse und Einstellungen zum jüdischen Leben in Deutschland und was „Nie wieder ist jetzt“ für uns bedeuten kann.

 

AG 10

Dorothee Venrath / Christoph Radaj / Thomas Klonek / Karin Scheuermann

Was bedeutet (für mich) Ethik in der Gruppenpsychotherapie und Gruppenanalyse?

 

Da in sich in der Literatur keine Arbeiten zu spezifischen ethischen Themen in Gruppenanalyse und Gruppenpsychotherapie finden, möchten wir als Ethikkommission aktiv eine Auseinandersetzung mit ethischen Fragestellungen anregen, einleiten und befördern. Daher bieten wir diesen Workshop an und möchten Teilnehmer*innen hier einladen, eigene Vorstellungen, Konzepte, Ideen und Erfahrungen und Wünsche einzubringen und zu diskutieren.

Nach einem Impulsreferat zu allgemein-ethischen Fragen unter besonderer Berücksichtigung der Thematik der Abstinenzverletzungen in der Gruppenpsychotherapie und -analyse wollen wir anhand einer Fallvignette versuchen, Überschneidungen von therapeutischen, ethischen, und nicht zuletzt auch rechtlichen Fragen darzustellen. Anschließend besteht die Einladung zur Diskussion der individuellen Ansätze / Fragen / Probleme der Teilnehmer*innen. 

Wir möchten den Themenbereich bewusst inhaltlich weit stecken und uns an aktuellen Fragestellungen und Bedürfnissen der Teilnehmer*innen in Klinik, Institutionen, (Ausbildungs-) Instituten oder in der ambulanten / niedergelassenen Praxis orientieren und hoffen auf interessierte und auseinandersetzungsfreudige Beteiligung. 

 

AG 11

Helga Felsberger

“Sprache - das “Wir” der Gruppe.” (deutsch // english)

 

Welche Perspektiven eröffnet ein Rückblick auf die Erkenntnisse der deutsch-jüdischen Konstellationen in Frankfurt/Main sowie deren plötzliches Verschwinden für unser heutiges Verständnis von Sprache und verbaler Kommunikation in der Gruppe? Die Arbeitsgruppe bietet die Möglichkeit für eine thematische Vertiefung und den kollegialen Austausch als ein Bindeglied zwischen dem Vortrag “ Sprachwissenschaftliche und sprachphilosophische Positionen im Kontext der Frankfurter Konstellationen und ihre Bedeutung für heutige gruppenanalytische
Konzepte“ und den praktischen Erfahrungen in Ihren unterschiedlichen Anwendungsfeldern von Gruppenanalyse. Welche Vorstellungen und Konzepte von Sprache und verbaler Kommunikation, die aus den interdisziplinären deutsch-jüdischen Konstellationen (v.a. aus den Arbeiten von Kurt Goldstein und Adhèmar Gelb) hervorgegangen sind, passen zu unseren heutigen Konzeptionen von Matrix und Matrixkonstellationen?  Einerseits knüpfen wir in der Arbeitsgruppe an die historischen Wurzeln der Gruppenanalyse an, wollen das Thema aber auch als ein Work in Progress verstehen und gemeinsam weiterentwickeln. / 

What perspectives does a review of the findings of the German-Jewish constellations in Frankfurt/Main and their sudden disappearance open up for our current understanding of language and verbal communication in the group? The working group offers the opportunity for a thematic deepening and collegial exchange as a link between the lecture "Linguistic and linguistic-philosophical positions in the context of the Frankfurt constellations and their significance for today's group-analytical concepts" and the practical experiences in your group work.
concepts" and the practical experiences in your various fields of application of group analysis. Which ideas and concepts of language and verbal communication that emerged from the interdisciplinary German-Jewish constellations (especially from the work of Kurt Goldstein and Adhèmar Gelb) fit in with our current concepts of matrix and matrix constellations?  On the one hand, we in the working group will tie in with the historical roots of group analysis, but we also want to understand the topic as a work in progress and develop it further together.