Beirat für Wissenschaft und Forschung

Rolf Haubl (Prof. Dr. Dr.)

Prof. für Soziologie und psychoanalytische Sozialpsychologie an der JWG-Universität in Frankfurt am Main sowie Direktor des SFI. Seit knapp 20 Jahren auch Gruppenanalytiker und später Gruppenlehranalytiker. Eines meiner Interessen ist die Nutzbarmachung gruppenanalytischen Denkens für Supervision und Organisationsanalyse und –beratung. Dem entsprechend habe ich an dem Konzept für ein Curriculum „Gruppenanalytischer Supervisor und Organisationsberater“ mitgewirkt und den Brückenschlag zur Deutschen Gesellschaft für Supervision hergestellt. Ich trete für eine Professionalisierung gruppenanalytischen Handelns ein, was eine Verwissenschaftlichung verlangt, die aber mit den jeweiligen Praxisbedingungen kompatibel sein muss. Das schließt ein, über neue Settings nachzudenken. Inzwischen liegen mehrere Bücher und etliche Zeitschriftenaufsätze von mir und Mitarbeiter/innen vor, die unsere Theoriebildung und unsere Forschungsaktivitäten nach innen und außen dokumentieren. Generell bin ich der Auffassung, dass sich eine „Deutsche Gesellschaft für Gruppenanalyse“ auch als sozialpolitischer Akteur sichtbar werden sollte – z.B. bei der Frage nach den psychosozialen Folgen des zunehmenden Marktradikalismus. In meiner Perspektive ist die „Deutsche Gesellschaft“ keine berufspolitische Organisation, sondern eher eine Akademie, die in Dialog mit anschlussfähigen Nachbarwissenschaften treten muss, ohne ihre psychoanalytische Kernidentität aufzugeben. Auch würde ich für ihre Internationalisierung eintreten und Kooperationsverträge mit ausländischen Institutionen anstreben. Soweit es meine Zeit zulässt, bin ich nach wie vor auch praktisch supervidierend und beratend tätig.

 

Franziska Lamott (Prof. Dr. rer. soc., Dipl.-Soz.)

Nach dem Studium der Soziologie und Psychologie in München Promotion in Soziologie über Therapie im Strafvollzug (Universität Tübingen). Zehnjährige Tätigkeit am Institut für Strafrecht & Kriminologie der Universität München. Seit 1996 Gruppenanalytikerin (Altaussee), danach regelmäßige Leitung von Gruppenselbsterfahrungen und Supervisionen für Studierende an den Universitäten Klagenfurt und Ulm. Von 1997 - 2001 zusammen mit KollegInnen jährliche Durchführung von Workshops in Gruppenanalyse & Supervision an der Universitätsklinik für Psychiatrie in Lemberg/Ukraine. Mitarbeit an der Konzeptualisierung und Durchführung der Weiterbildung in Gruppenanalyse an der Akademie für Psychoanalyse/München: Mitglied des Weiterbildungsausschusses (1997–2005), Dozentin, Gruppenleiterin und Supervisorin. 1998 Habilitation an der Universität Klagenfurt, Venia legendi für Sozialpsychologie. Gastprofessur für Gender-Studies an der Universität Basel. Seit 1999 an der Sektion Forensische Psychotherapie der Universität Ulm. In der Ausbildung von Medizinern und Psychologen, in Forschung und Lehre ebenso wie als Mitherausgeberin der Zeitschrift “Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik” spielt die Gruppenanalyse eine zentrale Rolle. Die wissenschaftliche Durchdringung der Gruppenpsychotherapie und Gruppenanalyse ebenso wie ihr Einsatz als Instrument der Forschung ist mir ein großes Anliegen. Daher stelle ich mich gerne für den Beirat Wissenschaft und Forschung der Deutschen Gesellschaft für Gruppenanalyse und Gruppenpsychotherapie zur Verfügung.

 

Thomas Mies (Dr. phil., Soziologe), Münster

Ausbildung zum Gruppenanalytiker u.a. in Münster und Heidelberg; freie Praxis für Gruppenpsychotherapie, Supervision und Beratung in Münster; Gruppenlehranalytiker am Institut für Therapeutische und Angewandte Gruppenanalyse in Münster; langjährige Gremienarbeit im Institut; Mitbegründer der Zeitschrift ‚Arbeitshefte Gruppenanalyse’, die heute einmal im Jahr im Rahmen der Zeitschrift ‚psychosozial’ erscheint; seit 2010 Mitherausgeber der Zeitschrift ‚Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik’; Mitbegründer des Schönberger Kreises mit dem thematischen Arbeitsschwerpunkt ‚Theorie des Unbewussten’; in dieser Funktion an der organisatorischen und inhaltlichen Vorbereitung der intersektionellen Tagung ‚Das Unbewusste in der Gruppe’ in Berlin beteiligt; weitere Forschungsschwerpunkte: gruppenanalytische Gedächtnisforschung.

 

Dieter Nitzgen, M.A.

Psychoanalytiker (AFP); Gruppenanalytiker, Gruppenlehranalytiker und gruppenanalytischer Supervisor u. Organisationsberater am Institut für Gruppenanalyse, Heidelberg und in der Sektion Analytische Gruppenpsychotherapie im DAGG. Mitglied der Redaktion von groupanalysis und der Arbeitshefte Gruppenanalyse im Psychosozial Verlag. Vorstandsmitglied der Group Analytic Society, London, Chair Scientific Committee. Past Foulkes Lecturer 2008. Bereichsleiter Psychotherapie in der Rehaklinik Birkenbuck, Fachklinik für Abhängigkeitserkrankungen. Mitglied der Arbeitsgruppe Abhängigkeitserkrankungen der OPD. Niedergelassen in freier Praxis. Klinische Interessenschwerpunkte: Psychodynamische Diagnostik und Therapie von Abhängigkeitserkrankungen und Persönlichkeitsstörungen sowie der intergenerationalen Weitergabe von psychischen Traumatisierungen in Individuen, Gruppen und Organisationen.

 

Regine Scholz ( Dr. phil.)

Studium der Psychologie und Soziologie sowie Promotion in München, Ausbildung zur Gruppenanalytikerin in Münster. Psychotherapeutin und Supervisorin in freier Praxis in Düsseldorf. Gruppenlehranalytikerin und gruppenanalytische Supervisorin am „Institut für Therapeutische und Angewandte Gruppenanalyse Münster, dessen stellvertretende Vorsitzende von 1995 bis 2007. Von 2001 bis 2008 Organisation der Münsteraner Symposienreihe zu Theorien des Unbewussten und 2001 Mitbegründerin des Schönberger Kreises.

Vorstandsmitglied der Group Analytic Society, International und Gründungsmitglied sowie verantwortliche Redak- teurin der „Arbeitshefte Gruppenanalyse“ (psychosozial). Seit 1995 Mitglied der Sektion KuP, seit 2007 als deren stellvertretende Vorsitzende. In dieser Funktion 2008 Mitorganisation der Tagung „Veränderte Störungsbilder, sich ändernde Gesellschaft“ und ab 2009 als Mitglied der Satzungskommission am Entwicklungsprozess der neuen Gesellschaft beteiligt. Dort habe ich mich insbesondere für die Einrichtung eines Beirates für Wissenschaft und Forschung eingesetzt, da die Verständigung über den theoretische Gehalt und die Weiterentwicklung der Gruppenanalyse auch eine organisatorische Form braucht. Eigene Veröffentlichungen insbesondere zu Themen des Einflusses von Kultur und kollektiven Traumata auf unbewusste Prozesse.

 

Ulrich Schultz-Venrath (Prof. Dr. med.) (weitere Informationen zur Person im Bereich Vorstand)